Friedrich Vordemberge-Gildewarts (VG) künstlerisches Schaffen war von Anfang an durch Vielfältigkeit geprägt. Der geometrisch-en Abstraktion verpflichtet schuf er nicht nur Gemälde und Reliefs, Collagen und Fotomontagen, sondern er war ebenso ein bedeutender Typograph, Theater- und Bühnenmaler, Möbeldesigner und Innenarchitekt
VG kam über diese handwerkliche Vorbildung, in der sich konstruktives Denken und der Sinn für Materialwertigkeit erschlossen hatte, zur Kunst. Er gelangte Mitte der zwanziger Jahre rasch in den Kreis der Pioniere einer konstruktiv-konkreten Kunst und hatte Anteil an den Bestrebungen der Gruppe De Stijl wie an den Aktivitäten der Avantgarde-Zirkel in Paris.
Anders als manche Mitstreiter, die sich enger einem Dogma verschrieben hatten, entwickelte VG ein vielfältiges, erfindungsreiches Werk. In dessen erster Phase überwog die Idee der Konstruktion, später fasste der Künstler seine Arbeiten als Kompositionen auf, entwarf in ihnen Exempel reiner, klarer Relationen.
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten zwang Vordemberge-Gildewart in die Emigration. Er floh in die Niederlande, konnte jedoch auch dort nach der Okkupation nur im Verborgenen arbeiten. Erst nach dem Kriege wurde deutlich, dass der Künstler in dieser Phase besonders leichte, heitere, elegante Werke entwickeltn hatte, absolute Gegenbilder zu den düsteren Zeitläufen.
Sein Spätwerk konnte VG, an die Hochschule für Gestaltung in Ulm berufen, in freundschaftlicher Nähe zu den Schweizer Konkreten ausarbeiten.
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- VG in "The Dictionary of Art", 1996 (engl.) ( ) |